Wie formuliert man ein Motivationsschreiben?

Das Motivationsschreiben ist die „Kür“ bei jeder Bewerbung.
Hier ein paar Tipps von Andrea Swoboda

Die Personalberaterin bei Impetus, Kitzbühel, hat nicht nur selbst natürlich schon Bewerbungen geschrieben, sondern als Mitarbeiterin in den Personalabteilungen großer Firmen viele Bewerbungen erhalten. Sie weiß, was es braucht, um einen guten ersten Eindruck zu machen. „Der Lebenslauf ist die Pflicht, das Motivationsschreiben die Kür“, sagt sie. Denn der „Personaler“ (wie Swoboda den Mitarbeiter/die Mitarbeiterin der Personalabteilung kurz nennt) macht sich anhand dieses Schreibens ein Bild vom Charakter des Bewerbers/der Bewerberin. Es bietet die Chance, sich abzuheben, wenn mehrere BewerberInnen gleich gute Voraussetzungen und fachliche Qualifikationen mitbringen. Was sollte drinstehen?

1 die Motivation

Man sollte sich die Frage stellen, warum man in diesem Unternehmen und genau in dieser Position arbeiten will. Was bewegt mich dazu, mich bei der Firma zu bewerben? Was spricht mich an diesem Unternehmen an? Was will ich dort erreichen können? Die Antworten auf diese Fragen sind die Motivation, die im Schreiben formuliert wird. Man sollte jedoch folgendes beachten, so Swoboda: „Da geht es nicht nur um die Ich-Botschaften wie „ich will da viel Geld verdienen und Karriere machen“, sondern darum, dass man sich wirklich auf das Unternehmen einlässt, sich einfühlt.“ Das bedeutet, man ändert die Perspektive und stellt dem Arbeitgeber in Aussicht, welchen Beitrag man als neues Teammitglied leisten will und kann. Damit kommen wir gleich zum zweiten Punkt, die

2 eigenen Vorzüge

Was sind meine Stärken und Talente? Sie dürfen im Motivationsschreiben nicht fehlen. Teamgeist, Genauigkeit, Leistungsbereitschaft und so weiter machen sich gut. Aber auch hier gilt es zu beachten: „Man sollte daran denken, wie die eigenen Talente dem Unternehmen nützen können und das auch so hinschreiben“, rät Swoboda. Wenn man nämlich weiß, dass in einer Firma aufgrund seiner Struktur vor allem Einzelkämpfer gefragt sind, bringt Teamgeist wenig. Genauigkeit wiederum ist eine Eigenschaft, die in der Buchhaltung wahrscheinlich wichtiger ist als im Verkauf. Es gilt also, die eigenen Stärken in Hinblick auf die Bedürfnisse des Unternehmens zu checken.

3 erreichte Erfolge

Wer schon in anderen Unternehmen gearbeitet hat, braucht sein Licht nicht unter den Scheffel zu stellen, wenn dabei einiges erreicht wurde. Natürlich ist es cool, wenn man sagen kann, dass man mit einer Maßnahme den Umsatz um eine gewisse Prozentzahl steigern konnte. „Erfolg muss aber nicht immer quantitativ gemessen werden, er kann auch qualitativ von Bedeutung sein“, so Swoboda. Wenn man zum Beispiel angibt, dass man es geschafft hat, in kurzer Zeit viel Vertrauen zu den Kunden aufzubauen, ist das eine wichtige Information. „Der Personaler bekommt dadurch ein Gefühl für das, was der Bewerber/die Bewerberin mitbringt und wo man ihn/sie im Betrieb am besten einsetzen kann.“

Toll, wenn man Erfahrung und Erfolge mitbringt. Aber was tun Berufseinsteiger? Für sie ist besonders wichtig, dass sie ihre Vorzüge gut herausarbeiten. „Man kann zum Beispiel anführen, dass man sich gut organisieren kann, dass man weiß, was Zeitmanagement heißt und strukturiert arbeitet. Das alles macht einen guten und professionellen Eindruck.“
Damit sind wir auch schon beim nächsten Punkt, der in keinem Motivationsschreiben fehlen darf:

4 der eigene Arbeitsstil

Arbeitet man gerne im Team oder ist man eher der Einzelkämpfer? Sieht man sich eher als Analytiker, der liebend gerne mit Zahlen arbeitet oder als kreativer Geist? Natürlich gilt es auch hier, eine ausgeschriebene Stelle mit dem eigenen Arbeitsstil abzugleichen. Der Freigeist wird im Rechnungswesen wenig Chancen haben, der Analytiker in der Designabteilung fehl am Platze sein.
Generell gilt für das Motivationsschreiben: „Es muss eine ganz persönliche Note haben, und man muss merken, dass sich der Bewerbende wirklich für das Unternehmen interessiert, sich auf die Anforderungen einstellt.“
Swoboda rät, sich für das Motivationsschreiben auf jeden Fall Zeit zu nehmen, es wie eine Seminar- oder Diplomarbeit ein paar Tage liegen zu lassen und es dann nochmal zu überarbeiten. Ratsam kann es auch sein, es eventuell Freunden und der Familie zeigen, die noch Tipps geben können oder auch Ideen einbringen. „Die Fremdeinschätzung durch Außenstehende ist mitunter auch sehr interessant“, sagt Swoboda. Werden alle genannten Punkte beachtet, sollte man mit dem Schreiben schnell einmal Erfolg haben. Toi, toi, toi!
Doris Martinz

 

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