Wie erreiche ich meine Zielgruppe?

Wenn die Frage nach der Unternehmenskultur ebenso geklärt ist wie jene, wie das Unternehmen nach außen hin wirken soll, geht es daran, die Kanäle für die Kommunikation zu definieren. Das Stelleninserat ist nach wie vor von Relevanz und im Mix unverzichtbar. Überlegt werden muss allerdings, wie das Inserat gestaltet ist, und wo man es schaltet. Es ist wichtig, dass die Stellenanzeige die Unternehmenskultur widerspiegelt. Es darf zum Beispiel nicht zu hochgestochen gestaltet und formuliert sein, wenn intern der Umgang sehr familiär ist. Wenn man sich grundsätzlich duzt, sollte auch das Inserat in der „Du-Form“ gehalten sein. Das gilt natürlich auch umgekehrt. Am besten formuliert man das Inserat so, als würde man jemandem von der freien Stelle erzählen. Dabei sollten Floskeln vermieden werden. In sehr vielen Stelleninseraten steht zu lesen, der Job sei abwechslungsreich und spannend. Damit hat diese Beschreibung ihre Aussagekraft verloren. Genauso unsinnig ist auch die Formel: „Senden Sie uns Ihre aussagekräftigen Unterlagen.“ Die Unterlagen, die eintreffen, werden garantiert nicht aussagekräftiger, nur weil das im Inserat steht. Statt Floskeln braucht es Benefits – was hat das Unternehmen zu bieten, was andere nicht haben? Wovon profitieren MitarbeiterInnen?

Die weiteren Kanäle, die genützt werden, richten sich nach Branche, Firmengröße und Reichweite. Sinnvoll ist es, nicht zu viele Kanäle zu bedienen – sie erreichen immer nur die Leute, die konkret einen Job suchen. Auf zwanzig verschiedenen Onlineplattformen sind immer die gleichen Jobsuchenden zu finden.

Social media gewinnt an Bedeutung, auch für Führungspositionen. Ein Inserat zu fotografieren und das Foto auf Facebook und Instagram zu posten, ist keine SM-Kampagne. Man kann mächtige Werkzeuge nutzen, muss sich aber damit beschäftigen oder sich an eine Werbeagentur oder einen Personaldienstleister wenden – Mitarbeitersuche ist Marketingsache. Es macht Sinn, sich auf „Xing“ und „linkedin“ zu positionieren – generell, nicht nur wenn man jemanden sucht. Es gilt, eine Community aufzubauen mit followern und interessanten Inhalten.

Zusätzlich zu den Inseraten und Social Media kann auch das Instrument der aktiven Ansprache genutzt werden. Studien bestätigen, dass 70 Prozent der Arbeitskräfte passive Talente sind, die nicht aktiv auf Arbeitssuche sind. Mit Inseraten und Social Media-Aktivitäten sind nur 30 Prozent der Leute zu erreichen – weil die anderen nicht aktiv suchen. Dagegen sind fast 90 Prozent aller ArbeitnehmerInnen grundsätzlich bereit, einmal mit jemanden zu reden, wenn es um einen anderen Job geht. Das heißt nicht, dass sie sofort kündigen, aber sie sind zumindest offen. Sie erreicht man nicht über Inserate, denn die sehen sie sich nicht an. Auch SM ist nur bedingt erfolgreich. Deshalb ist die aktive Ansprache über eine Community oder über Veranstaltungen wie Jobmessen eine erfolgversprechende Vorgehensweise.

Wer alle Kanäle professionell nutzt, bekommt in der Regel eine Auswahl an Bewerbern.
Wie es dann weitergeht, steht in der Mai-Ausgabe der St. Johanner Zeitung zu lesen.

Vielen Dank an Impetus, Kitzbühel, für den fachlichen Input

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