
„New Work-Beraterin“ Beatrix Mitterweissacher darüber, was Unternehmer und UnternehmerInnen dafür tun können …
In der letzten Ausgabe haben wir den Begriff „New Work“ erklärt und mit Beatrix Mitterweissacher über den Wechsel vom Fließband- zum Wissensarbeiter gesprochen. Diesmal geht es ganz konkret darum, was UnternehmerInnen tun können und sollten, um attraktiv für die heiß begehrten Fachkräfte zu sein. „Dabei wird man nicht alles über Geld regeln können“, so die „New Work“-Beraterin. „Die Unternehmen werden vermehrt durch die Werte der neuen Generationen herausgefordert. Flache Organisationen, gelebte Work-Life-Balance, gute Fehlerkultur, hierarchielose Kommunikation und nicht zuletzt Fragen nach Umweltschutz und Sinnhaftigkeit der Arbeit sind Themen, die bei den jungen Menschen, die auf den Arbeitsmarkt kommen, immer wichtiger werden.“ Der demografische Wandel führt ganz klar dazu, dass qualifizierte ArbeitnehmerInnen mehr Macht gegenüber Arbeitgebern erhalten, der Arbeitgebermarkt hat sich zu einem Arbeitnehmermarkt gewandelt.
Die Generation Y* und die Generation Z ** stellen ganz andere Anforderungen an ihre ArbeitgeberInnen, als die Generationen vor ihnen. Es geht immer mehr um gelebte Wertschätzung, Perspektiven. „Nach spätestens zwei Jahren muss man jungen ArbeitnehmerInnen klare Perspektiven geben, muss schauen, was ihre Kompetenzen sind, welche Weiterentwicklungsmöglichkeiten und Schulungen man ihnen anbieten kann“, so Mitterweissacher. Früher habe man auf die Schwächen der MitarbeiterInnen geschaut und mit viel Aufwand und Kosten versucht, jene auszugleichen. „Heute liegt der Fokus auf den Stärken und darauf, wie man diese optimal im Unternehmen einsetzt. Das macht die MitarbeiterInnen zufriedener und UnternehmerInnen erfolgreicher“, erklärt Mitterweissacher.
Umgang mit dem Team
„Solange MitarbeiterInnen im Unternehmen sind, muss man sich um sie kümmern. Dies erfordert seitens der Führungskräfte und Personalverantwortlichen eine sehr individuelle Auseinandersetzung mit dem einzelnen Mitarbeiter und kann zuweilen auch anstrengend sein. Führungskräfte werden immer mehr zu Mentoren, Coaches und Konfliktlösern, die sich um die richtigen Rahmenbedingungen für ihre Mitarbeiter kümmern müssen“.
Eigentlich sei die Situation nicht so schwierig, meint Mitterweissacher, man müsse sich nur bewusst machen, dass sich die Lage am Arbeitsmarkt eben geändert habe und man auf seine Mitarbeiter noch viel besser aufpassen muss als früher. Die Hochfilznerin wehrt sich auch dagegen, Mitarbeiter als „Ressource“ zu bezeichnen. „Es geht immer um Menschen und darum, diese mit ihren Fähigkeiten und Talenten bestmöglich zu fördern und zu unterstützen. Nur so können sie langfristig produktiv und innovativ sein. Und das garantiert letztendlich die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens.“
Die Jungen ans Ruder
„Wenn ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin das Unternehmen verlässt, liegt es oft an der Führungskraft,“ so Mitterweissacher. „Man fängt ja an, weil man in einer Weise von der Firma begeistert ist. Und kündigt, wenn man nicht weiterkommt, wenig Wertschätzung erfährt, keine Perspektiven hat.“
Wichtig sei beispielsweise „psychologisches Empowerment“, also junge Leute mit Verantwortung zu betrauen, ihnen Kompetenzen zu übertragen. Wenn man ihnen etwas zutraue, ihnen Projekte übertrage und dabei vielleicht einen erfahrenen Mitarbeiter/eine erfahrene Mitarbeiterin zur Seite stelle, minimiere sich das Risiko, der Nutzen sei aber groß. Denn junge Leute wollen sich bestätigen, Anerkennung gewinnen. Sonst herrscht Frust. „Wenn jemand frisch von der Ausbildung kommt und nichts machen darf, ist das nicht motivierend.“
New Work heißt auch, die Jungen schnell miteinzubeziehen, sie zu ermutigen und ihnen selbstbestimmtes Arbeiten zu ermöglichen.“
In Bezug auf New Work gebe es für Firmen nicht die „eine Lösung“, es seien viele Dinge, die passen müssen. Es geht auch um die Etablierung einer attraktiven Arbeitgebermarke, um Mitarbeiterbindung und Erhöhung der Talentdichte im Unternehmen. Beispielsweise durch das „Cafeteria System“. Was es damit auf sich hat, lest ihr in der nächsten Ausgabe. Bleibt dran!
Doris Martinz
*Generation Y („Millenials“, Geration, die im Zeitraum von Anfang der 80er bis Ende der 90er Jahre geboren wurde)
** Generation Z (nachfolgende Generation, die bis 2010 zur Welt kam)