
Peter Wörgartner über eine Lehrlingsausbildung mit System, Frauen in technischen Berufen und warum die Mechatronik Zukunft hat.
Aktuell beschäftigt Wörgartner in den Betrieben in Oberndorf und Fieberbrunn insgesamt 13 Lehrlinge, sie werden bald als Mechatroniker und Maschinenbauchtechniker gefragte Fachkräfte sein. Gerade bei der Mechatronik nimmt Wörgartner dabei eine Sonderstellung ein: Das Unternehmen gehört zu den wenigen im Bezirk, das in dieser Sparte Lehrlinge ausbildet. Dabei ist das Berufsbild des Mechatronikers ein überaus spannendes, denn es vereint die Bereiche der Mechanik, Elektrik und Elektronik. „Da liegt die Zukunft drin, denn sämtliche Maschinen sind fachübergreifend zu bedienen. Die Ausbildung bietet viele Perspektiven und dem Ausgebildeten die Möglichkeit, sich universell zu betätigen“, erklärt Peter Wörgartner. Die Lehre dauert dreieinhalb bis vier Jahre, (je nach Modulwahl) die Lehrlinge besuchen die Berufsschule in Kufstein.
Zwischen den Buben bewähren sich bei Wörgartner momentan auch zwei Mädchen in der Ausbildung. Der Chef wünscht sich, es wären mehr: „Wir haben mit weiblichen Lehrlingen sehr gute Erfahrungen gemacht. Es ist schade, dass sich nicht mehr Mädchen trauen, in die Männerdomäne einzudringen.“ Denn die Berufsbilder verlangten nach Genauigkeit, Geschick und „Grips“, nicht nach Muskelkraft, so Wörgartner. Technische Berufe wie der des Mechatronikers oder Maschinenbauchtechnikers bieten jungen Frauen die Möglichkeit, ein ganz anderes Lohnniveau zu erreichen, als es in den klassischen Frauenberufen möglich ist. „Niedrige Löhne werden vor allem in den Sparten gezahlt, in denen vorwiegend Frauen arbeiten. Wenn man sich in die Männerdomäne hineinwagt, ist das kein Thema mehr. Wir erleben täglich, wie gut das funktioniert, und wie bereichernd es für das ganze Team ist, wenn ihm auch Frauen angehören.“
Wörgartner beschäftigt auch weibliche Quereinsteiger, die zuvor keinerlei Erfahrung mit technischen Berufsbildern hatten – mit großem Erfolg. Auch Teilzeitbeschäftigung ist möglich.
Ausbildung mit System
Doch zurück zur Lehrlingsausbildung bei Wörgartner. Hier wird nichts dem Zufall überlassen, die Ausbildung hat System: Die Lehrlinge durchlaufen alle Abteilungen innerhalb des Betriebs und arbeiten mit den verschiedenen Bereichsleitern und Teams. Der Freitag ist für gewöhnlich ein Schulungstag, an dem Ausbildungspläne abgearbeitet werden. „Es gibt ja immer Bereiche, die in einem Betrieb nicht vorkommen, im Ausbildungsplan aber vorgesehen sind. Das wird am Freitag dann gelehrt“, so Wörgartner. Die beiden internen Lehrlingsausbilder tragen Sorge, dass ihre Schützlinge eine umfassende und lückenlose Ausbildung erhalten und stehen ihnen in allen Belangen zur Seite. Gibt es einmal schulisch ein Manko, helfen sie persönlich oder organisieren Nachhilfeunterricht. Auch mit privaten Fragen und Problemen können sich die Lehrlinge an ihre Ausbilder wenden.
Wörgartner ist es wichtig, dass sich die jungen Leute aufgehoben und geschätzt fühlen, denn: „Sie sind unsere Fachkräfte von morgen, sie sind unsere Zukunft.“ Viele Führungspositionen sind bei Wörgartner mit ehemaligen Lehrlingen besetzt, und das soll auch weiterhin so sein. Die Chancen dafür stehen gut: „Die Ausbildung in unserem jungen, dynamischen Team läuft wirklich sehr gut. Ich muss aber auch den Lehrlingen ein Lob aussprechen: Wir haben ganz tolle, ordentliche junge Leute!“
Bald werden wieder die ersten von ihnen ihren Lehrabschluss in der Tasche haben und gut verdienen. Sie können daheim in der Region Karriere machen und sich ihr Leben aufbauen. Mit dem Wissen, als Fachkraft immer gefragt zu sein.
Doris Martinz